Die Überwindung von Armut als Thema im Ausschuss der Regionen

Am Dienstag, den 22. Januar fand im Ausschuss der Regionen ein Seminar mit dem Titel „Für eine nachhaltige Entwicklung, die keinen ausschließt“ statt.
Postierter Artikel die 29. Januar 2013 Print Friendly

Die Überwindung von Armut als Thema im Ausschuss der Regionen

Dieses Seminar wurde lang und intensiv vorbereitet. Schon seit einigen Jahren analysieren verschiedene Vereinigungen, die den Armen „das Wort geben“, wie zum Beispiel ATD Vierte Welt, die LST-Bewegung das Pivot Centrum Kauwenberg sowie das Asylzentrum des Roten Kreuzes in Natoye, verschiedene Standpunkte zur nachhaltigen Entwicklung.

Zwei Tage vor Beginn des Seminars empfingen diese Vereinigungen verschiedene Delegationen aus Frankreich, Spanien, Polen, aber auch aus den Philippinen, Mauritius und Haiti. Zusammen verbrachten sie eine Zeit des gemeinsamen Austauschs, des Wiedersehens, aber auch des Wiedererkennens derselben Probleme, z.B. In Europa, sowie in den Ländern des Südens, verbietet man den Armen ihre Nächsten zu beherbergen, Familien werden getrennt, usw. Doch genau dort ergreifen ebendiese Menschen die Initiative, verwirklichen Projekte, bauen auf,…

Die Teilnehmer versprachen, miteinander in Kontakt zu bleiben.

Am Beginn des Seminars fasste Olivier Consolo (Präsident von Concord) passend zusammen: „In der heutigen Zeit müssen wir uns für ein neues Gesellschaftsbild entscheiden. […] Ein anderes, auf Solidarität basierendes, Modell ist möglich. […] Solidarität ist ein Schlüsselwort und der Mensch sollte in den Mittelpunkt der Politik rücken.“ Gerhard Stahl, der Generalsekretär des Ausschusses der Regionen, hat bestätigt, dass der Ausschuss offen ist für jedweden Vorschlag, um gemeinsam eine bessere Zukunft zu gestalten.

Während des Workshops, an dem auch der ÖPD Armutsbekämpfung teilgenommen hat, wurden eine konkrete Vorschläge gemacht, wie zum Beispiel:
- Ausbildung und Schule betreffend: eine Zusammenarbeit zwischen den Schulen und den ärmsten Familien, indem auf bereits gemachte Erfahrungen zurückgegriffen werden kann.
- Unterkunft betreffend: Unterkünfte, die auf Dauer für alle zur Verfügung stehen und es den Leuten ermöglichen, aktiv im Gesellschaftsleben teilzunehmen.
- Den Menschen betreffend: Menschenwürde und Respekt sollen wieder in den Mittelpunkt der Politik und des gemeinsamen Lebens rücken.


Foto Peter Zangl © ATD Vierte Welt

Nach diesem Workshop wies Laurence d’Harcourt, eine Richterin, nochmals darauf hin, dass in Polen, sowie überall auf der Welt die Rechte der Ärmsten vernachlässigt werden: „Die Beamten verachten uns: sie interpretieren die Gesetze willkürlich, ohne unsere Rechte zu respektieren.“ „Für ein frisch erworbenes Recht, verlieren wir ein anderes. Zum Beispiel: Man gibt uns eine Unterkunft, kommt dann aber ständig kontrollieren, was wir dort machen.“

In ihren Beiträgen haben verschiedene politische Persönlichkeiten wie Philippe Maystadt (Vorsitzender des Föderalen Rates zur Nachhaltigen Entwicklung) oder einige Vertreter der Europäischen Kommission betont, wie wichtig es ist, die Vorgehensweisen den Ärmsten gegenüber noch mal zu überdenken. Andere, wie zum Beispiel Patrick Dupriez (Vorsitzender des wallonischen Parlaments) stellten fest, dass Armut nicht nur Thema in der Sozialpolitik ist sondern auch in der Wirtschaft sowie in der Energie-, Verkehrs- und Arbeitspolitik ist.

In ihrer Schlussfolgerung sagte Isabelle Perrin: „Wir haben gezeigt, was es bedeutet, niemanden auszuschließen, nämlich den Mut und die Intelligenz eines Jeden zu respektieren, um neue Lösungen zu finden, die auch die Menschenwürde respektieren. […] Um sich daran zu beteiligen, müssen die Menschen sich einsetzen. Damit sich wirklich alle beteiligen können, müssen auch die ausgeschlossenen Familien angehört werden, denn ohne ihren Einsatz ist es unmöglich. […] Diejenigen, die tagtäglich gegen das Elend kämpfen, fordern eine neue, auf den Menschenrechten basierende, Zusammenarbeit die die Würde und das Potential jeder Person und jedes Volkes anerkennt.“

Nun müssen all diese Vorschläge auch wirklich angewandt werden und die Initiativen der Bürger sollen fortbestehen.