Zu Ehren der Vierten Welt aller Zeiten

Ansprache von Père Joseph Wresinski anlässlich der Versammlung vom 17. Oktober 1987 im „Vorhof der Menschenrechte“ vor dem Palais de Chaillot, Trocadéro, Paris
Postierter Artikel die 16. März 2008 Print Friendly
Alle Fassungen dieses Artikels: [Deutsch] [Nederlands] [français]

Zu Ehren der Vierten Welt aller Zeiten

Millionen und Abermillionen
Kinder, Mütter und Väter,
die verhungert und im Elend gestorben sind!
Ihr, deren Erben wir sind,
nicht an euren Tod will ich heute erinnern
auf diesem Platz der Freiheiten
und der Menschen- und Bürgerrechte;
von eurem Leben lege ich Zeugnis ab.

Ich lege Zeugnis ab von euch Müttern,
deren Kinder in dieser Welt
zum Elend verurteilt und unerwünscht sind.
Ich lege Zeugnis ab von euren Kindern,
die, von quälendem Hunger gekrümmt,
nicht mehr lächeln können
und doch noch lieben wollen.

Ich lege Zeugnis ab von den Millionen junger Menschen,
die keinen Grund mehr finden zu leben und zu glauben
und die umsonst eine Zukunft suchen
in dieser unverständigen Welt.

Ich lege Zeugnis ab von euch Armen aller Zeiten!
Auch heute noch seid ihr den Strassen ausgeliefert
und flüchtet von Ort zu Ort,
verachtet, geächtet.
Arbeiter ohne Beruf,
seit eh und je von Mühsal erdrückt,
Arbeiter, deren Hände
nutzlos geworden sind.

Millionen Männer, Frauen und Kinder,
deren Herzen kraftvoll schlagen, um weiterzukämpfen,
deren Geist sich auflehnt gegen das ungerechte Los, das ihnen aufgezwungen wurde,
deren Mut die Anerkennung ihrer unschätzbaren Würde verlangt.

Ich lege Zeugnis ab von euch Kindern, Frauen und Männern!
Ihr wollt niemanden ins Unglück stossen,
sondern lieben und beten und mit vereinten Kräften arbeiten,
damit eine Welt entsteht, die zusammenhält,
unsere eine Welt,
in der jeder Mensch sein Bestes geben kann,
bevor er stirbt.

Ich lege Zeugnis ab von euch Männern, Frauen und Kindern!
Euer Name ist nun mit Herz, Hand und Werkzeug
in diesen Platz der Freiheiten eingraviert.
Ich lege Zeugnis ab von euch,
damit die Menschen endlich Ernst machen mit dem Menschen
und sich nie wieder
mit dem Elend abfinden.